Wie das Leben im Van unseren Alltag nachhaltiger gemacht hat

Aktualisiert: 19. Okt 2019

Kennt ihr das? Ihr kommt nach einem Urlaub im Camper oder nach ein paar Tagen in den Bergen zurück in die Zivilisation und seid total geflashed, wie viel Wohlstand und Verschwendung in unserer Gesellschaft herrschen? Schnell wird das, was vor einer Woche noch purer Luxus war, zur Normalität. Die warme Dusche oder die Spülmaschine: alles ist schnell wieder selbstverständlich und man denkt keine Sekunde mehr daran, wie es wäre, das alles nicht mehr zu haben. 

Doch mit jedem Surftrip im Bus, mit jedem Tropfen Wasser, den wir dort dreimal benutzen und jedem Sonnenstrahl der auf unsere Solaranlage trifft, mit jedem Liter Müll, den wir auf fünf Quadratmeter trennen, aufbewahren und entsorgen müssen wächst unser Bewusstsein für das, was wir zu Hause für selbstverständlich erachten. Mit der Zeit haben wir unsere „Buspraktiken“ mit in unseren Alltag genommen und festgestellt, wie verschwenderisch wir mit vielen Ressourcen bisher umgegangen sind. In diesem Artikel haben wir, das was das einfach Leben im Bus uns für ein nachhaltiges Leben zu Hause gelehrt hat reflektiert und aufgelistet. Es sind ganz praktische und einfache Dinge, sowie auch grundsätzliche Lebensprinzipien dabei. Ihr werdet merken: Unsere Reisen sind für uns nicht nur Abenteuer sondern spielen auch für unserem gesamten Lebensstil eine große Rolle. 


​​1.  Wasser ist kein Einweggut

Hahn auf und es scheint unendlich zu laufen. Nicht im Camper. Dort haben wir vier Kanister mit je 8 Liter Wasser und die genügen wirklich sehr lange. Zu Hause drückt man einmal die Klospülung und3 Tage Trinkwasser sind einfach fort.

Diese Tatsache hat uns bezüglich unseres Wasserkonsums sehr verändert. Wieso mit dem heißen Nudelwasser nicht den Soßentopf einweichen? Das Wasser mit dem der Salat gewaschen oder ein Glas kurz ausgespült wurde kommt in den nächsten Blumentopf. Wasser mehrmals verwenden ist eigentlich ganz praktisch und spart auch noch Geld. 


2.  Notwendigkeit oder Luxus

Das einfache Leben im Camper zeigt uns immer wieder wie glücklich wir sein können ohne viel zu besitzen. Seitdem haben wir unseren Konsum sehr reduziert bzw. kaufen Dinge sehr bewusst. Wir fragen uns einfach bei jeder Kaufentscheidung: „Brauche ich das wirklich? Macht mich das glücklich oder wird mir von außen nur suggeriert, dass ich das jetzt unbedingt benötige?“ Wir kaufen nicht nur Dinge die wir zum überleben brauchen - das wäre gelogen -  aber wenn wir uns für etwas entscheiden, dann machen wir das ganz bewusst und dann haben wir sehr lange Freude an unseren Anschaffungen. 


3.   Platz - weniger ist mehr

Im Camper leben wir auf extrem engen Raum. Unsere Wohnung ist da schon etwas größer. Was wir aber im Bus auf jeden Fall gelernt haben. Es genügt.  Wir brauchen nicht mehr Platz. Gut organisiert können wir ja sogar auf 5 qm leben. Das muss nicht das ganze Jahr sein, aber dieses Bewusstsein lässt uns unsere gefühlt riesige Wohnung sehr zu schätzen wissen und wir haben schon lange nicht mehr das Bedürfnis irgendwann mal ein großes Haus besitzen zu müssen. Dadurch fühlen wir uns irgendwie angekommen und frei. Auch geliebten Heimat werden wir so einiges an Flächenfraß ersparen. 


4.   Dein Müll, deine Verantwortung

Zu Hause ist es so einfach und deswegen denken wir nicht darüber nach. Wir trennen brav unseren Müll während er in regelmäßigen Abständen abgeholt wird und dann geht er uns nichts mehr an. „On the Road“ ist das schon etwas komplizierter. Auch hier trennen wir unseren Müll, und zwar auf engstem Raum wobei wir je nach Region darauf achten müssen, was genau getrennt wird. Und dann bringen wir unseren Müll zu den örtlichen Sammelstellen, die wir auch erst ausfindig machen müssen. So haben wir ein neues Bewusstsein für das ganze Zeug entwickelt, das wir auf dieser Erde hinterlassen und das irgendjemand für uns entsorgen muss bzw. mit dem unser Planet klarkommen muss. Deswegen versuchen wir nach und nach so müllfrei wie möglich zu leben. Bis auf wenige Dinge fällt das total leicht, wenn man einmal damit angefangen hat. 


5.  Schenk dir Momente 

Noch viel wertvoller als alle Dinge die wir besitzen, sind die tollen Momentedie wir erleben. Ein Sonnenuntergang an einem tollen Ort, ein Tag im Grünen, eine Wanderung, ein Picknick im Wald, ein gutes Gespräch usw. Jeder hat da so seine Vorlieben, aber eines ist sicher: Wer Momente bewusst erlebt und genießt ist glücklicher. Momente sind einfach für immer und unbezahlbar. Bei Dingen ist das ganz anders. Während den Wochen in denen wir nicht mal ein WC besitzen, aber tausende von wundervollen Momenten erleben ist uns dieses klarer als je zuvor. Seit wir uns auch im Alltag immer wieder kleine und große „Momente“ schenken, fühlen wir uns entspannter uns zufriedener als zuvor. 



Wie geht es denn euch so? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Wenn ja welche? Haben eure Reisen euren Lebensstil auch beeinflusst? Wir freuen uns über eure Beiträge und lassen uns gerne inspirieren um noch bewusster zu leben! 


Eure Kathi und Basti



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